Vollbesatz, Kniebesatz oder Silikonbesatz – die Wahl der Reithose ist für viele Turnierreiter:innen eine Glaubensfrage. Dabei lohnt sich ein nücherner Blick auf die tatsächlichen Unterschiede.
Vollbesatz: Maximaler Halt
Vollbesatz bedeckt die gesamte Innenseite von Gesäß bis Knöchel und bietet den größten Flächenkontakt zum Sattel. Ideal für Dressurreiter:innen, die auf feine, konstante Hilfengebung angewiesen sind – der Nachteil: etwas weniger Bewegungsfreiheit im Sprung.
Kniebesatz: Beweglichkeit im Vordergrund
Kniebesatz konzentriert sich auf die Region um das Knie, wo beim Springen der meiste Druck entsteht. Er ermöglicht mehr Freiheit in Hüfte und Wade – ein klarer Vorteil für Springreiter:innen mit dynamischem Sitz.
Silikonbesatz: Grip in jeder Lage
Silikon bietet unabhängig vom Schnitt den höchsten Grip, gerade bei Schweiß oder Regen. Wichtig: Silikonbesatz benötigt spezielle Pflege, um nicht brüchig zu werden – bei richtiger Handhabung hält er aber über viele Saisons.
Die richtige Wahl treffen
Am Ende entscheidet die Hauptdisziplin: Dressurreiter:innen in höheren Klassen greifen häufiger zu Vollbesatz mit Silikon, Springreiter:innen bevorzugen oft Kniebesatz für mehr Beweglichkeit. Wer beides reitet, findet mit einem moderaten Vollbesatz in Silikon-Mikrofaser-Mischung oft den besten Kompromiss.
Es gibt keine objektiv "beste" Besatzart – nur die, die am besten zum eigenen Reitstil und der Hauptdisziplin passt.
